Diskriminierung des Kunstunterrichts in Bayern - 2

Diskriminierung des Kunstunterrichts in Bayern - 2

Beitragvon Hermann Ludwig » Donnerstag 21. Mai 2009, 09:58

Unterrichtspflichtzeit an Gymnasien in Bayern:
Unterricht ausschließlich in wissenschaftlichen Fächern: 24 Unterrichtsstunden;
Unterricht ausschließlich in Musik, Kunst, Sport: 28 Wochenstunden;

Kombinationen aus beiden je nach Anteil der wissenschaftlichen Fächer von
bis zu drei Stunden: 28 Unterrichtsstunden;
vier bis neun Stunden: 27 Unterrichtsstunden;
zehn bis 15 Stunden: 26 Unterrichtsstunden;
16 bis 21 Stunden: 25 Unterrichtsstunden;
ab 21 Stunden: 24 Unterrichtsstunden.
In der Oberstufe werden Kunst, Musik, Sport wie wissenschaftliche Fächer behandelt.

Die Situation in anderen Schularten ist die gleiche.

Und es ist durchaus nicht so, dass man diese Mehrstunden nicht merken würde, wenn im zwangsläufig verdichteten Stundenplan die Klassen nur so durchrauschen (vor allem die mit einstündigem Kunstunterricht!)

Quellen
Arbeitszeitverordnung - AzV - Verordnung über die Arbeitszeit für den bayerischen öffentlichen Dienst, Neufassung
der VO vom 25. Juli 1995 (GVBl S. 409), zuletzt geändert am 27. Juli 2004 (GVBl S. 347)
Unterrichtspflichtzeit der Lehrer an Gymnasien, KMBek vom 26. Juli 1974 (KMBl S. 1260), zuletzt geändert am
19. August 2004 (KWMBl I 2004 S. 306)
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Re: Diskriminierung des Kunstunterrichts in Bayern - 2

Beitragvon Weitzel » Donnerstag 18. Februar 2010, 23:20

... ich habs nicht ganz verstanden; aber warum eigentlich einstündig? Wir machen Kunst epochal damit es überhaupt was bringt (bei einer Stunde biste ja mit Kittel an- und ausziehen mehr beschäftigt, als mit arbeiten).
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Re: Diskriminierung des Kunstunterrichts in Bayern - 2

Beitragvon Hermann Ludwig » Sonntag 21. Februar 2010, 11:07

Das ist aber auch gehupft wie gesprungen - mehr Stunden werden das auch nicht. Wir haben uns eben dafür entschieden, dass wir mit unserem Fach wenigstens als regelmäßig vertreten sind statt ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr gar nicht mehr in Erscheinung zu treten. Alles aber nur eine Mangelverwaltung.
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Re: Diskriminierung des Kunstunterrichts in Bayern - 2

Beitragvon Weitzel » Sonntag 21. Februar 2010, 13:22

In Niedersachsen wird ja gerade viel umgebaut- wir haben jetzt ein Jahr weniger bis zum Abitur und das wird als Zentralabitur geschrieben, während die Curricula, bzw. die Stoffmenge sich nicht geändert hat, vielmehr wird diese durch zusätzliche Aufgaben erweitert. Wurde in Geschichte z.B. vorher in einem Jahr Stadt im Mittelalter und ein bisserl drumrum gemacht, beschäftigt sich dieselbe Altersgruppe jetzt mit Weimarer Republik bis Wiedervereinigung. In Englisch lernen Schüler in der 8. Klasse z.Zt. in der 8. Klasse etwa 7 große grammatikalische Phänomen; statt vorher 3- für Landeskunde und Lektüre reicht' s dann nicht mehr. Klar, dass die Inhalte nicht mehr erfahrbar gemacht werden, sondern mehr oder weniger "gelehrt" werden. Eine intuitive, problemlösungsorientierte, tastende, probierende Herangehensweise hat im Kunstunterricht eigentlich auch keinen Platz mehr, weil die Vorgaben so eng gefasst sind, dass man sich eben doch fast nur mit abprüfbarem Wissen herumschlägt.

Für mich entsteht dabei folgende Frage: Wenn wir vor 10 Jahren gefragt worden wären, was heute für die Welt relevant ist, hätten wir mit unserer Antwort ziemlich daneben gelegen. Wir legen jetzt aber für Menschen das abprüfbare Wissen fest, die 2060 in Rente gehen (wenn's das dann noch gibt). Wäre es dann nicht besser, sie in die Lage zu versetzen, mit dem schnell anwachsenden Wissen der Welt umzugehen, kreativ zu sein, zu erfinden und kritisch zu sein?

Wer Englisch kann, sollte sich mal bei Ted.com umschauen: z.B. hier:
http://www.ted.com/talks/lang/eng/mae_j ... ether.html
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